Dog and More Französische Bulldogge

Warum wir uns für eine Französische Bulldogge entschieden haben

Es stand also fest: Ein Hund würde bei uns einziehen.

Aber nicht irgendeiner, nein… Eine Französische Bulldogge sollte es sein.
Warum wir uns für diese Rasse entschieden haben und an welche Rasse wir ursprünglich dachten, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Unsere ursprüngliche Wahl

Vielleicht wird es einige von euch verwundern, aber unsere 1. Wahl war nicht etwa die Französische Bulldogge. Nein. Wir hatten anfangs eine andere Wunschrasse im Kopf, von der wir beide total begeistert waren. Lange Zeit waren wir uns total einig:

Ein DOBERMANN würde es werden.

Mich haben Dobermänner schon seit meiner Jugendzeit fasziniert und sie tun es bis heute. Es sind unglaublich schöne und grazile Tiere. Sie strahlen so eine Eleganz und Anmut aus, dass mir ganz warm ums Herz wird. Und meinem Mann ging es da ganz gleich.

Wir hatten auch schon mit einer Züchterin Kontakt aufgenommen und ein Treffen vereinbart, um die Hunde kennenzulernen und hautnah erleben zu können. Leider muss ich sagen, dass nicht alle Züchter gut sind. Wir sind leider auf eine Dame gekommen, die uns so ganz und gar nicht überzeugt hat.

Ein Züchter ist nicht automatisch gut

Wir hatten uns zu einem Spaziergang verabredet. Sie meinte wir sollten uns in einer abgelegenen Gegend am Fluss treffen. Dort wäre es besser da wir auf keine Menschen treffen würden. Wir warteten also zum vereinbarten Zeitpunkt an der vereinbarten Stelle. Ich kam mir vor wie in einem Kriminalfilm, als ein großer weißer Lieferwagen sich uns näherte und vor uns zum Stehen kam. Die Frau stieg aus und begrüßte uns. In dem Moment ging im Inneren des Lieferwagens ein Getöse los das einen erschaudern lies. Das Gebell der Hunde war ohrenbetäubend und der Lieferwagen fing an zu wackeln, so aufgedreht waren die Tiere.

Die Frau meinte, sie würde die Hunde jetzt raus lassen. Einen nach dem anderen. Es handelte sich um zwei Dobermann Hündinnen. Sie waren wohl Mutter und Tochter. Leider vertrugen sie sich ganz und gar nicht, weshalb die Frau meinte, sie würde erst eine Runde mit der Mutter spazieren gehen und dann eine Runde mit der Tochter. Jedenfalls ging sie zum Lieferwagen und bevor sie die Tür öffnete meinte sie noch zu uns, wir sollten uns nicht erschrecken.

Wir erinnern uns:
Vor uns stand ein schwankender Lieferwagen aus dem lautes, auf uns bedrohlich wirkendes, Hundegebell drang.

Wir standen wie angewurzelt da und wussten nicht so recht, wie uns geschieht. Die Frau öffnete die Tür zum Lieferwagen und mit einem Satz sprang eine wildgewordene Dobermann Hündin aus dem Wagen und stürmte an uns vorbei.

Die Frau war vollkommen unbeeindruckt. Etwas irritiert machten wir uns los auf die Spazierrunde. Die Hündin ging ohne Leine. Sie war sehr aufgedreht und lief kreuz und quer überall herum. Langsam dämmerte mir, warum die Frau nur abseits mit ihren Hunden spazieren ging. Sie erklärte es damit, dass die Menschen oftmals ängstlich auf Dobermänner reagieren würden.

Mir fiel auf, dass die Frau ihre Hündin nie ansprach. So wie ich es empfand, ignorierte sie sie mehr, als das sie ihr Aufmerksamkeit schenkte. Aus diesem Grund suchte die Hündin die Aufmerksamkeit bei uns und das speziell bei meinem Mann. Sie forderte ihn immer wieder zum Spielen auf, indem sie sich zB mit ihrem Spielzeug im Maul vor ihn hinstellte und anfing rückwärts zu gehen.

Die ganze Situation war so kurios. Wenn ich heute daran zurück denke, kann ich nur den Kopf schütteln. Während des Spaziergangs wurde es sogar nochmal richtig bedrohlich. Die Hündin rannte weit voraus. Plötzlich drehte sie um und schoss mit irrsinniger Geschwindigkeit auf uns zu. Die Frau redete einfach weiter, als ob nichts wäre.

Wir dachten, oh Gott, was wird das jetzt?

Die Hündin näherte sich uns mit unglaublicher Geschwindigkeit und machte keine Anstalten langsamer zu werden. Wir wollten auf die Seite springen… damit sie uns nicht rammt. Knapp vor uns bremste sie schließlich, sprang an meinem Mann hoch und versetzte ihm mit ihrem Brustkorb (!) einen mächtigen Stoß gegen seine Schulter (!). Mein Mann ist 186 cm groß wohlgemerkt. Nur damit ihr euch vorstellen könnt, wie hoch der Hund gesprungen ist um ihn mit dem Brustkorb anzurempeln.

Ich weiß nicht, ob ihr euch die Situation vorstellen könnt. Wir, allein mit dieser Frau und ihrem wildgewordenem Dobermann, irgendwo im Nichts und dann das. Wir waren schockiert und auch überfordert mit der Situation. Für die Frau war das alles normal. Wir haben den Spaziergang abgebrochen. Das war uns einfach zu schräg.

War das der Grund, warum wir keinen Dobermann genommen haben?

Nein. Meiner Ansicht nach können die Hunde nichts dafür. Das Verhalten der Frau zeigte einfach, dass sie sich nicht sonderlich mit ihren Hunden auseinandersetzte.

Was WIR aber taten war, unsere Wunschvorstellung mit unserer Realität abzugleichen. Wir wollten keine leichtfertige Entscheidung treffen, nein… Wir wollten voll und ganz hinter unserer Entscheidung stehen können. Bei unseren Überlegungen taten sich dann allerdings ein paar Hürden auf.

Wer passt auf den Hund auf, wenn wir mal verhindert sind?

Auf diese Frage fanden wir keine Antwort.
Es treten immer wieder Situationen auf, wo man einen Hundesitter benötigt – sei es für ein paar Stunden, oder aber für ein paar Tage, während man verreist ist.
Da ein Dobermann ein recht großer und anspruchsvoller Hund ist, fanden wir niemanden der es sich tatsächlich zugetraut hätte, auf ihn aufzupassen.

Ist ein Dobermann mit unserem Alltag kompatibel?

Bei ernsthafter Betrachtung stellten wir fest, dass wir wohl einem Dobermann nicht gerecht werden konnten. Wir sind beide Vollzeit berufstätig und ich studiere noch nebenbei. Zwar können wir uns zeitlich einiges selbst einteilen, aber dennoch sind wir beruflich eingespannt. Ein Dobermann ist ein sehr anspruchsvoller und großer Hund, der viel Zeit, Aufmerksamkeit und Bewegung benötigt. Nicht, dass ein kleiner Hund das nicht bräuchte, aber ein Dobermann ist schon eine andere Liga.

Dazu kommt, dass viele Arbeiten am Haus noch nicht beendet sind. So haben wir zB bis heute keinen Zaun. An der Rückseite des Hauses haben wir zur Straße hin einen provisorischen Zaun angebracht. Ansonsten haben wir durch die Hangschüttung eine natürliche Barriere. Ob diese einen Dobermann aufgehalten hätte, weiß ich nicht.

Wir kamen zu dem Schluss, dass wir einem Dobermann nicht das geben konnten, was er braucht und das er in unsere momentane Lebenssituation einfach nicht passt.

Welcher Hund passt zu uns?

Es gab einen Hund, den ich mal im Internet auf einem Foto gesehen hatte. Ich weiß nicht warum, aber dieses Bild hatte sich in mein Gedächtnis gebrannt. Ich wusste nicht mal wie die Rasse hieß. Also googelte ich nach den äußeren Merkmalen, in der Hoffnung dieses Bild wieder zu finden und ich stieß auf: die Französische Bulldogge.

Mein Mann war erst etwas skeptisch, aber wir fingen an uns mit der Rasse auseinander zu setzen. Wir lasen viel im Internet und kauften Bücher. Wir mussten so oft schmunzeln und bemerkten gar nicht, wie sich diese tollen Hunde langsam in unser Herz schlichen.

Plötzlich begegneten uns ständig Leute auf der Straße die eine Französische Bulldogge ausführten. Ich meine, vorher hatten wir live noch NIE eine gesehen und jetzt trafen wir sie gleich mehrmals an. Ein Hund war entzückender wie der andere und sie waren auch so witzig und brachten so viel gute Laune mit sich. Man musste sie einfach sofort ins Herz schließen.

Es sprach für uns so vieles für diese Rasse:

  • Sie sind mittelgroß und damit recht kompatibel
  • Sie sind keine Kläffer
  • Sie sind unglaublich liebenswürdig und offen
  • Sie sind etwas stur, aber mein Gott, selbst das finden wir liebenswürdig *g*
  • Sie sind witzig und oftmals richtige Clowns
  • Sie sind tolle Gesellschaftshunde
  • Sie sind recht unkompliziert, verschmust und anhänglich

Aber vor allem haben wir uns richtig in diese Rasse verliebt. Wir lieben auch ihren Körperbau. Dieser kompakte Brustkorb und die stämmigen Beinchen, kombiniert mit den spitzen Ohren und der weichen Schnauze. Ehrlich, ich könnte sie fressen, so süß sind sie.

Als wir Sissi das erste Mal als Welpe besuchten, war klar: Das ist sie!
Sie dürfte sich das gleiche gedacht haben, denn ihre erste Handlung bestand darin, eine schöne Ladung Sch… auf meinem weißen Calvin Klein T-Shirt zu hinterlassen. Ich denke, sie wollte mich markieren, so nach dem Motto: „Einmal markiert, ist es meins!“ 😀

Das T-Shirt wurde entsorgt, dafür bekamen wir den besten Hund der Welt (ich weiß… ich weiß… das sagt bestimmt jeder Hundebesitzer über seinen Hund. Und das ist auch richtig so. Laufen bestimmt einige „beste Hunde der Welt“ herum *g*). Wir bereuen unsere Entscheidung keine Sekunde. Es war vielmehr die beste Entscheidung überhaupt. Sissi passt perfekt zu uns und ich kann gar nicht zählen, wie oft am Tag sie uns zum Lachen bringt.

Alles Liebe,
Kerstin

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4 Comments

  • Reply Merle 9. September 2018 at 09:24

    Ich hab mich auch mega in diese Rasse verliebt und sehe auch nur noch Bully*g*
    Ich habe eine Frage: Wie ist das mit der Atmung und der platten Schnauze bei Sissi?

    • Reply Kerstin 9. September 2018 at 14:02

      Hallo 🙂
      Ist das nicht witzig? Plötzlich sieht man überall Bullys 😀 Das Thema Atmung bei Französischen Bulldoggen ist schon ein großes. Wichtig ist, dass du einen Bully nimmst, der „Nase hat“. Also nicht voll platt gedrückt ist. Der Hund soll atmen können und bei der Wahl des Züchters solltest du dieses Kriterium unbedingt berücksichtigen. Ich werde aber in einem meiner kommenden Beiträge darauf noch einmal genauer eingehen 🙂 Schönen Sonntag dir

  • Reply Simone 9. September 2018 at 11:14

    Liebe Kerstin, Deinen Beitrag finde ich nicht nur sehr schön, sondern vorallem intelligent und reflektiert. Leider sind wir auf einen ähnlich inakzeptablen Züchter reingefallene und kauften vor 13 Jahren dort einen Altdeutschen Schäferhund. Das Tier war von Anfang an immer wieder krank und leider bis zum Schluss aggressiv gegenüber Artgenossen. Wir liebten ihn dennoch mit ganzer Kraft, hatten aber keinen leichten Alltag. Nun ist er vor einer Woche verstorben, ein unendlicher Schmerz.
    Ich liebe Französche Bulldoggen über alles und ganz vielleicht könnte es irgendwann viel viel später auch so ein Kerlchen an meiner Seite geben.
    War es schwierig, einen guten Züchter zu finden? Es gibt ja leider so viele schwarze Schafe.
    Herzliche Grüße aus Potsdam, auch an Sissi

    • Reply Kerstin 9. September 2018 at 14:10

      Liebe Simone!
      Ach, wie unendlich leid mir der Tod deines Vierbeiners tut 🙁 Ich mag gar nicht darüber nachdenken, was für einen Schmerz ihr verspüren müsst. Ich schicke euch ganz viel Kraft und gute Energie!!
      Deine Geschichte zeigt einmal mehr, wie wichtig die Auswahl des Züchters ist, um sich selbst und dem Tier viel Kummer zu ersparen! Es ist sicher nicht einfach einen guten Züchter zu finden. Ich habe mir viel im Internet angesehen und dann persönlich Kontakt aufgenommen. Wichtig war mir, dass er die Verbandskriterien erfüllt und dann musst du natürlich hinfahren und dir die Hunde, ihr Verhalten und ihr Leben beim Züchter ansehen. Aber dazu werde ich gerne mal einen Beitrag verfassen. Alles liebe für dich!! Kerstin

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