Be(you)tiful Women Choices, Chances, Changes Sprechen wir Klartext

Warum es für Frauen oft nur für die 3. oder 4. Reihe reicht – obwohl sie den Laden schmeißen

„Hinter jedem erfolgreichen Mann, steht eine starke Frau.“

Ich bin mir sicher, JEDER kennt diesen Ausspruch.
Keine Ahnung wer das gesagt hat, aber danke für Nichts.
Wenn ich das schon höre stellt es mir alle Haare auf. Bullshit.

Was impliziert diese Aussage?

  • Der erfolgreiche Mann und die Frau, die ihm die Hausarbeit und Kindererziehung vom Leib hält.
  • Der erfolgreiche Mann, der die Kohle nach Hause bringt um Frau und Kind zu ernähren und sie, die Frau, die ihm das Bügeln und Wäschewaschen abnimmt und gerne auch kocht, damit er nach einen harten Tag entspannen kann.
  • Der erfolgreiche Mann und die Frau, die im Garten das Unkraut jätet und die Kinder von A nach B chauffiert.

Hab ich was gegen Hausfrauen, fragt ihr euch jetzt vielleicht?
NEIN. Hab ich nicht.
Ich respektiere jede Entscheidung, die jemand ganz individuell für sich trifft.
Nur… bekommen Hausfrauen den Respekt den sie verdienen?? Ich finde nicht.

Diese Frauen managen den gesamten privaten Alltag, kümmern sich um Ordnung und Struktur des „Familienunternehmens“. Der Laden läuft – dank ihnen. Denn der Mann ist oft nicht da. Der Mann ist schließlich erfolgreich. Bis er dann abends nach Hause kommt und sich erfolgreich auf die Couch setzt.

Ob SIE einen harten Tag hatte? Doch egal, oder? So hart kann es zu Hause doch wohl nicht sein, also bitte…

Für die Frau geht die Arbeit weiter. Sie serviert das Essen, legt die Wäsche zusammen, bringt die Kinder zu Bett, bereitet schon wieder alles für den nächsten Tag vor und überlegt den Speiseplan bzw. was dafür alles einzukaufen ist, etc. etc.

Also machen Männer nichts im Haushalt?
Doch. Machen sie. Einige. Einige nicht.

Gehen wir weg vom privaten Umfeld und schauen uns die Aussage im beruflichen Kontext an.

„Hinter jedem erfolgreichen Mann, steht eine starke Frau.“

  • Der erfolgreiche Mann und die Frau, die als seine Sekretärin die Telefonate entgegennimmt, E-Mails checkt und dafür sorgt, dass auch später jeder eine Antwort erhält.
  • Der erfolgreiche Mann und die Frau, die seine Assistentin ist und das Event bis ins kleinste Detail plant und organisiert, damit er nur noch erscheinen und seine Willkommensrede zu halten braucht (selbstverständlich ist hier Schulterklopfen und Gratulation zum gelungenen Event inklusive – ich meine das Klopfen auf SEINE Schulter. Nicht auf die der starken Frau im Hintergrund).
  • Der erfolgreiche Mann der von einer Besprechung zur anderen hetzt und die starke Frau, die daneben sitzt und Protokoll schreibt, damit man auch später noch nachvollziehen kann was erfolgreiche Männer besprochen haben. Übrigens, wer kümmert sich darum, dass das Besprochene auch umgesetzt wird? Richtig. Der erfolgreiche Mann. Die Frau.

Ach, was wäre der erfolgreiche Mann bloß ohne seine starke Frau im Hintergrund…

Eigentlich, wenn ich so überlege… ja… eine berechtigte Frage.

Wäre er erfolgreich, oder bloß Mann?

Und die starke Frau im Hintergrund… Was wäre sie ohne Mann? Erfolgreich?

Fragen über Fragen, denen wir doch auch mal auf den Grund gehen können, oder was meint ihr?

#thinkoutsidethebox

Den meisten Frauen wird kein Respekt für ihre tägliche Leistung gezollt. Es ist Zeit endlich mal an den Grundpfeilern zu rütteln und auch mal Zeilen niederzuschreiben oder auszusprechen, was man in der Regel selten hört!

Warum? Damit Frauen den Stellenwert erhalten, der ihnen gebührt?
Nein.
Frauen müssen nicht warten bis ihnen jemand diesen Stellenwert zugesteht.

Damit Frauen für sich selbst eintreten und ohne schlechtes Gewissen auf ihre Leistung stolz sind.

Ja, Frauen dürfen auf ihre Leistung verweisen und diese hervorheben.

Männer tun das doch auch – ständig – ob etwas dahinter ist oder nicht. Egal.

Würden die Frauen ihre Arbeit niederlegen, würde morgen NICHTS mehr funktionieren.

Sorry, aber davon bin ich überzeugt.
Das würde einem Erdrutsch gleichkommen.

Die Männer hätten plötzlich keine gewaschenen und gebügelten Hemden mehr für ihre Besprechungen.
„Ach was, die tragen das einfach in die Reinigung und gut ist.“
Ja… aber wenn in der Reinigung keine Frau mehr steht?

Die erfolgreichen Männer, die plötzlich mit ihren Kleinkindern an der Hand dastehen würden und zur Arbeit müssten.
„Kein Problem, einfach ab in den Kindergarten.“
Ja… aber wenn im Kindergarten keine Frauen sind, die die Kinder betreuen? Oder in der Grundschule keine Lehrerinnen mehr?

Oder im Büro: „Frau Maier! Ge hörn‘s, verbinden’s mich bitte mit der IT-Abteilung. Frau Maier? Oh… keiner da. Mist. Welche Telefonnummer hat denn nun die IT Abteilung? Und das Protokoll der letzten Sitzung brauche ich auch – wo ist das abgelegt?? Ach und übrigens, warum wurde mein Mülleimer nicht ausgelehrt und warum sind die Brösel meiner Semmel von gestern noch auf dem Boden? Ahhhhh… der Putztrupp bestand ja aus Frauen…, verstehe.“

Oder einkaufen gehen. Na sowas, sämtliche Läden geschlossen? Warum? Na weil keine Frauen im Handel mehr sind.

Seht ihr? Ich sag’s ja, würden Frauen ihre Arbeit niederlegen, würde so gut wie nichts mehr funktionieren.

Was sagt uns das?
Na dass die Arbeit der Frauen natürlich wertgeschätzt werden muss!

Von wem?
Na von den anderen natürlich.
Ahhh… verstehe. Wenn andere unsere Arbeit mehr schätzen, dann wird sich alles zum Guten wenden.

Ja… nur leider funktioniert die Welt nicht so.

Niemand wird zu dir kommen und sagen:

„Schatz, ich hab gesehen, dass du heute Fenster geputzt/gesaugt/den Keller aufgeräumt/den ganzen Tag mit den Kindern unterwegs warst/dich um meine Eltern gekümmert hast/etc. Ich finde du hast dir einen Tag für dich verdient. An diesem Tag werde ich alles managen und du kannst entspannen. Und meinen Eltern werde ich sagen, wie froh sie sein können, dass sie so eine tolle Schwiegertochter haben, die sich so um sie und ihre Enkelkinder kümmert.“

„Frau Maier, ich schätze ihre Arbeit wirklich sehr. Sie zeigen so großes Engagement und ich kann mich immer auf Sie verlassen. Ich habe deshalb beschlossen die nächste Gehaltserhöhung/Bonuszahlung Ihnen zu geben und nicht meinem guten alten Freund XY, der sie bereits die letzten Jahre IMMER bekommen hat.“

Ja, vielleicht gibt es das – manchmal. Die Regel ist es für die meisten Frauen sicherlich nicht. Deshalb ist es auch falsch darauf zu warten, dass jemand kommt und eure Leistung SEHEN und ANERKENNEN wird.

Der Gedanke „ich muss nur hart genug arbeiten, dann wird meine Leistung sicher auffallen und wertgeschätzt werden“, ist ein Trugschluss.

Vollkommen egal was auch immer du tust oder arbeitest, DU musst die Erste sein, die deine Leistung wertschätzt.

„Aber Eigenlob stinkt!“
Noch so eine gewinnbringende Aussage.
Bitte wo ist der Smiley der die Augen überdreht. Den bräuchte ich jetzt bitte einmal.

Wir loben uns selbst doch viel zu wenig!

Und Frauen neigen sogar dazu, ihre Leistung hinunter zu spielen. Ja nur nicht ungut auffallen. Ja nur nicht arrogant wirken. Lieber so tun, als wäre die eigene Leistung „nichts Besonderes“ und „das kann doch jeder.“
Ja, DAS macht sympathisch.
Dann sagen die Leute: „Na da schau her, was für eine nette und bescheidene Person. Eigentlich könnten wir ihr doch noch viel mehr auf’s Auge drücken. Sie ist ja so eine Brave und Fleißige, sie wird das für uns schon erledigen.“

Also, halten wir fest: Frauen schmeißen vielfach den Laden.
Trotzdem stehen sie selten im Fokus oder in der ersten Reihe. Meistens stehen sie HINTER einem Mann, wo sie niemand sehen kann.

Versteht mich nicht falsch, hier geht’s nicht gegen Männer. Aber für Frauen.

Für Männer ist es oft selbstverständlich sich hervorzutun.
Männer haben vielfach kein Problem damit einen Posten für sich zu beanspruchen oder die eigene Leistung in den Vordergrund zu stellen.

Frauen sind meist fleißig und arbeiten hart – im Hintergrund.
Sie heben ihre Leistungen oft nicht in den Vordergrund und verhalten sich lieber unauffällig.

Halten wir nochmals fest:
Wenn Frauen ihre Arbeit niederlegen würden, würde vieles einfach nicht mehr funktionieren.

Ist dies nicht Grund genug zu sich selbst als Frau zu sagen:
Meine Arbeit ist WICHTIG.
Ohne meine Leistung, funktioniert vieles nicht.
Stehen wir doch dazu, dass wir GUT sind. Nein, dass wir FANTASTISCH sind. Sie wären aufgeschmissen ohne uns. Ja, ich formuliere es hier jetzt einfach mal so überspitzt, damit ihr eure Augen öffnet und diesen neuen Gedanken in euch aufnehmen könnt.

Seid stolz darauf, was ihr leistet. Und sprecht auch an, was ihr leistet. Setzt euch für euch selbst ein. Ihr wärt überrascht, was ihr alles erreichen könnt, wie viel Macht ihr auch habt (denkt daran, ohne euch, würde vieles nicht funktionieren).

„Ja, ist schon klar.
Wenn ich es nicht mache, dann kommt eben eine andere und dann macht die das.“

Nein, nein, nein, nein, nein.
Bloß nicht so ein Gedanke.

  • Es wird immer nur die EINE Mutter geben und euer Mann wird euch auch nicht eintauschen wollen und wenn doch, dann liegt der Hund im Detail begraben (der Liebe) und dann ist so oder so die Grundlage der Beziehung fragwürdig.
  • Der Chef von Frau Maier, wird sie auch nicht austauschen wollen, weil Frau Maier für ihn einfach viel zu gute Arbeit leistet (auch wenn er es vielleicht nicht zugibt). Eine gute Arbeitskraft zu bekommen ist NICHT selbstverständlich. So viel wird er schon wissen. Deshalb habt keine Angst davor ausgetauscht zu werden, wenn ihr für euch selbst eintretet.

Natürlich ist mir bewusst, dass nicht alles Schwarz oder Weiß ist.

Viele Männer helfen mit im Haushalt, sie kümmern sich um ihre Kinder, lesen vor, bringen sie in den Kindergarten, etc. Immer mehr Männer kochen gerne und gehen einkaufen. Und natürlich gibt es auch die tollen Chefs, die ihre Mitarbeiterinnen gerne vor den Vorhang holen und wertschätzen. Und es gibt Unternehmerinnen, weibliche Führungskräfte und Managerinnen.

Aber all das ist nicht die Regel. Es ist nicht selbstverständlich für uns.

Will ich mit diesem Artikel sagen, dass ihr alle Karrierefrauen werden sollt?

Nein. Selbstverständlich brauchen wir nicht alle Führungskräfte, Unternehmerinnen, Visionärinnen oder Businessfrauen zu sein. Aber verkauft euch nicht unter eurem Wert. Das ist die Kernaussage. Die meisten Frauen schmeißen so oder so den Laden. Warum also nicht auch in der 1. Reihe stehen, die eigene Leistung anerkennen und wertschätzen. Hier ist falsche Zurückhaltung fehl am Platz.

Je mehr wir uns dessen bewusst werden – wir uns unserer selbst mehr bewusst werden – desto mehr wird sich ändern und desto mehr Frauen werden „sichtbar“ werden. In der 1. Reihe stehen. Vorbilder sein. Anderen Frauen Mut machen und sie inspirieren.

Traut euch. Denkt daran wie toll ihr seid und wie viel ihr täglich leistet. Ihr seid sooooo viel mehr als nur „die starke Frau im Hintergrund“.
Ihr seid einmalig. Zeigt euch der Welt.

Alles Liebe,
Kerstin

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