Dog and More Hunde Tipps

Sollen wir uns einen Hund anschaffen?

Was meinst du? Sollen wir uns einen Hund anschaffen?
Hhhmm… ich weiß nicht. Aber mit dem Haus und so… Eigentlich, wenn nicht jetzt, wann dann? Wir haben den Platz, einen Garten, leben am Land…
Ich bin mir nicht sicher. Haben wir denn die Zeit für einen Hund? Kommen wir überhaupt zurecht mit einem Hund?
Wir müssen das ja nicht heute entscheiden. Lass uns mal überlegen, ob ein Hund überhaupt in unser Leben passen würde…


So oder so in der Art verlief damals das erste Gespräch zwischen mir und meinem Mann, als der Gedanke an einen Hund aufkam. Ein Jahr zuvor hatten wir unsere absolut einmalige und eigentlich – subjektiv empfunden – so oder so sehr „Hund-ähnliche“ Katze mit 18 Jahren verloren. Sie hieß „Kimi“ und war eine sehr liebenswürdige, anhängliche und gutmütige Katze. Ach mein Kimi Mäuschen…

Jedenfalls war für uns klar: Wir würden wieder ein Haustier haben.

Der Zeitpunkt stand fest.
Nämlich sobald wir in unser Haus einziehen würden.

Und das es ein Hund sein sollte, stand auch fest.
Haus und Hund passen einfach zusammen und irgendwie war da dieses Gefühl… „Ja, ein Hund soll‘s sein“.

Da wir keine „Hauruck“ Menschen sind, die frei nach dem Motto

„Jaaaa, dann gehen wir mal los und holen uns einen Hund.“

handeln (wie ihr hoffentlich auch nicht), haben wir uns Gedanken gemacht.

Welche Überlegungen das im Vorfeld waren, erzähle ich euch jetzt.

1.) Passt ein Hund in unser Leben?

Geht ihr jedes Wochenende Skifahren, verbringt eure Freizeit in Wellnesstempeln, am Golfplatz, im Hallenbad, oder beim Paragleiten? Gratuliere! Ein Hund ist jedoch nichts für euch. Warum? Weil er nicht mit kann.

Will ich damit sagen, dass man mit Hund nie wieder Skifahren, in die Sauna gehen oder ein öffentliches Schwimmbad besuchen kann?
Ja, genau das.
NEIN!! Spaß beiseite. Natürlich nicht. Ich kann euch beruhigen. Mit guter Planung ist alles möglich.
Aber wenn ihr eure komplette Freizeit mit Aktivitäten füllt, bei denen der Hund euch nicht begleiten kann, für was braucht ihr dann einen Hund?

Genau darum ging es bei unseren Überlegungen. Wir fragten uns:

  • Wie verbringen wir unsere Freizeit?
  • Haben wir überhaupt die Zeit und die Muse für einen Hund?
  • Wollen wir unsere Freizeit hundgerecht planen?
  • Kann unsere Art zu leben, den Bedürfnissen und Anforderungen eines Hundes gerecht werden?
  • Und natürlich auch: Was kann ein Hund UNS geben?

Unsere Überlegungen fielen – wie ihr wisst – klar PRO Hund aus. Für uns passte es einfach perfekt. Da wir beruflich beide sehr viel um die Ohren haben, verspüren wir nicht das Bedürfnis unsere Freizeit sehr actionreich zu gestalten oder dauernd auf der Achse zu sein. Wir verbringen viel Zeit in der Natur, genießen es im Garten zu sein oder Zeit mit der Familie zu verbringen (klingt etwas langweilig, ich weiß, aber wenn es halt sooooo SCHÖN ist *g*). Wir haben uns zu Hause eine „Wellnessoase“ geschaffen, wo wir die Seele baumeln lassen können und kochen leidenschaftlich gerne für Familie und Freunde, oder einfach für uns. Unsere Hündin Sissi ist immer mittendrin, statt nur dabei und ich kann gar nicht zählen, wie oft am Tag sie uns zum Lachen bringt (so viel zu der Frage: Was kann der Hund uns geben?).

Trotz des gut organisierten Alltags (und wir sind doch alle stets und IMMER gut organisiert, nicht wahr?! *Zwinker*) kann es immer wieder mal vorkommen, dass man eine Betreuung für den Hund braucht. Wir sind beispielsweise 3 Tage nach Venedig gefahren und da konnte Sissi einfach nicht mit bzw. hätten wir ihr nichts Gutes getan bei der Hitze und den Menschenmassen vor Ort. Oder aber die Hochzeit von Freunden, auf der wir letztens waren. Für solche Fälle (oder wenn ihr dann mal Skifahren gehen wollt *g*) braucht ihr „Hundesitter“. Daher war unsere Überlegung:

2.) Wer passt auf den Hund auf, wenn wir nicht da sind?

Anfangs war diese Frage für uns nicht so leicht zu beantworten. Meine Mutter hatte zu dem Zeitpunkt noch ihre Katze und diese vertrug sich so ganz und gar nicht mit Hunden. Und auch andere Familienmitglieder verhielten sich eher zurückhaltend. Schlussendlich fanden wir jedoch in meiner Schwiegermutter – und mittlerweile auch in meiner Mutter – eine 1a Hundesitterin, bei der sich Sissi pudelwohl fühlt und alle Annehmlichkeiten erfährt, die sich ein Hund nur wünschen kann (ich glaub der Hund hat mehr Rechte als wir).

Jedenfalls BRAUCHT ihr jemanden, der auch mal auf den Hund schaut, wenn ihr verhindert seid. Deshalb ist dies ein Aspekt der unbedingt vorab zu klären ist. Ich weiß von anderen Hundebesitzern, dass es auch Hundetagesstätten gibt. Vielleicht wäre auch das eine Option, wenn sich bei euch in der Familie oder bei Freunden niemand findet.

Selbstverständlich kann ein Hund auch mal alleine bleiben und braucht nicht eine 24h Rundumbetreuung. Sissi kann problemlos ein paar Stunden alleine bleiben, aber es sollte nicht die Regel sein. Ein Hund ist ein Rudeltier und fühlt sich am wohlsten, wenn er mit seinem Rudel zusammen ist. Er will nicht alleine sein. Sissi beispielsweise ist immer da, wo wir auch sind. Stehen wir auf und gehen ins Obergeschoss oder auf die Terrasse, so folgt sie uns. Sie weiß aber auch ganz genau, wenn sie nicht mit kann zB zum Lebensmitteleinkauf und akzeptiert dies problemlos.

Nachdem wir also auch die Betreuungsfrage für uns beantworten konnten, blieb eigentlich nur noch eines zu klären:

3.) Für welche Hunderasse sollen wir uns entscheiden?

Die Beantwortung dieser Frage ist so individuell, wie wir Menschen sind. Jeder wird sie anders beantworten.

Wir haben uns bewusst für einen Welpen und einen Rassehund entschieden. Andere wiederum wissen von Anfang an, dass sie einem Mischlingshund aus dem Tierheim ein zu Hause geben wollen. Alles ist richtig und legitim.

Ich kann euch nur sagen: Beschäftigt euch vorab mit den rassetypischen Merkmalen eures bevorzugten Hundes. Klärt ab, ob Charakter und Wesensart zu euch und eurem Leben passen. Besorgt euch Literatur oder lest im Internet nach. Kontaktiert einen Züchter und befragt ihn zu der Rasse. Die meisten Züchter sind auch mit einem Besuch einverstanden.

Wollt ihr lieber einem Hund aus dem Tierheim ein neues Zuhause schenken, dann erkundigt euch vor Ort über das Tier, über die Eigenheiten und die Umstände unter denen es ins Heim kam, etc. Hier könnt ihr viel erfahren und entscheiden ob der Hund etwas für euch wäre. Welche Geschichte hat er, verträgt er sich zB mit Kindern, uvm. was euch bei eurer Entscheidung behilflich sein kann, werden euch die Verantwortlichen vor Ort gerne beantworten.

Wir haben Sissi von einem österreichischen Züchter geholt. Vorab hatten wir uns mit dieser Rasse intensiv auseinander gesetzt und mit jedem Tag wurde uns klarer: Ja, das ist unsere Hunderasse.

Für uns war die Entscheidung FÜR einen Hund goldrichtig. Sissi macht uns jeden Tag glücklich, bringt uns zum Lachen, ist offen und freundlich allen Menschen gegenüber und passt perfekt zu unserem Leben.

Solltet ihr euch für einen Hund entscheiden, dann wünsche ich euch einen Hund zu finden, der euch ergänzt und euer Leben bereichert. Der perfekt zu euch passt und euch viel Freude bereitet. Ich hoffe, unsere Überlegungen können euch bei eurer Entscheidungsfindung eine Stütze sein.

Und… ich geh mal ganz frech davon aus, dass ALLE Leute sich diese Gedanken VOR Anschaffung eines Hundes machen und nicht aus Jux und Tollerei oder weil halt der 5-jährige Sohn so gerne einen Hund hätte und „gell Sandrino-Klaus, du schaust dann auch auf dein Hündchen“ ausreichend sind.

Auch wenn ich das überspitzt formuliere, ich appelliere an eure Verantwortung die ihr für den Vierbeiner übernehmt. Er wird euer Begleiter sein für – hoffentlich – viele, viele Jahre und verdient eure Überlegungen und eure Fürsorge. Lieber einmal zu viel überlegt, als einmal zu wenig. So trefft ihr eine verantwortungsbewusste Entscheidung im Sinne aller und stellt sicher, dass am Ende auch alle glücklich sind.

Warum wir uns schlussendlich für eine Französische Bulldogge entschieden haben und an welche Rasse wir erst dachten, tja das… bleibt ein Geheimnis. Neeeiiinn, natürlich nicht *g*. Das verrate ich euch gerne in einem meiner nächsten Beiträge.

Alles Liebe,
Kerstin

 

You Might Also Like

2 Comments

  • Reply Simone 25. August 2018 at 10:39

    ein toller Blogpost 🙂
    meine Überlegungen waren damals sehr ähnlich… deshalb war mir auch bewusst worauf ich mich einlasse wenn ich mir alleine einen Hund anschaffe (eine riesengroße Verantwortung, die mich oftmals überfordert wenn ich daran denke ;)). Aber ich habe Glück und auch meine Schwester liebt Stella sehr und hat sich bereit erklärt ihre Patentante zu sein 😛 und meine Mama ist auch immer zur Stelle wenn ich mal etwas vor habe wo Stella nicht mit dabei sein kann…
    aber so grundsätzlich sollte einem wirklich bewusst sein, genauso wie du es geschrieben hast, dass es ab dem Zeitpunkt wo der haarige Vierbeiner einzieht, (fast) kein Leben mehr ohne den Hund gibt. und man immer gut organisiert sein muss 🙂
    ich sage immer man muss es wirklich wollen, dann fühlt man sich auch überhaupt nicht eingeschränkt sondern sieht eine riesen Bereicherung darin, das Leben mit so einem tollen Lebewesen teilen zu dürfen.
    die Überlegungen bezüglich Rasse waren bei mir übrigens ähnlich… es sollte ein Hund sein, der zu mir und meinen aktuellen Lebensumständen passt…Spaß daran hat überall dabei zu sein und in der Stadt gut mit den vielen Menschen klar kommt, aber auch ebenso begeistert zu einer 4 stündigen Wanderung in die Berge mitkommt. Französische Bulldoggen sind ja, genauso wie Cavaliere, Gesellschaftshunde weshalb eure Sissi meiner Stella sicher ähnlich ist… ein anpassungsfähiger Allround-Hund eben 🙂
    bin schon gespannt auf den nächsten Blogpost!!
    Alles Liebe,
    Simone (und Stella)
    _stella_the_cavalier_

    • Reply Kerstin 25. August 2018 at 11:58

      Liebe Simone,
      vielen lieben Dank für deine Nachricht. Wenn man deine Zeilen durchliest, merkt man sofort, was für ein eingeschweistes Team du und Stella sind. Ich könnte mir unser Leben ohne Sissi auch nicht mehr vorstellen, sie ist so eine Bereicherung und macht wirklich alles mit 😀 Bis bald und alles Liebe, Kerstin

    Leave a Reply