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Hausbau ja oder nein?

Ich weiß, dass viele von euch über den Bau eines Hauses nachdenken. Ihr habt mir immer wieder eure Überlegungen dazu mitgeteilt und in meinem heutigen Beitrag möchte ich etwas näher darauf eingehen.
Ich glaube viele Paare beschäftigt irgendwann die Frage:

„Sollen wir ein Haus bauen, oder nicht?“

Auch wir kamen an den Punkt, an dem wir uns diese Frage gestellt haben und ich erinnere mich noch an unser diesbezügliches Gespräch, als wäre es gestern gewesen. Wir saßen auf einer Terrasse am schönen Wörthersee und diskutierten – ja… diskutierten lebendig – über dieses, zugegebener Maßen nicht einfache, Thema.

Eine Entscheidung treffen

Zu aller, aller erst ist einmal zu klären, ob denn beide Partner überhaupt in einem Haus leben möchten. Das ist nämlich nicht jedermanns Sache. Wir haben zum Beispiel genug Freunde, die sich bewusst gegen ein Haus entschieden haben und das aus unterschiedlichen Gründen. Bei den einen bspw. würde sich die Frau abends allein zu Hause ängstigen und bei den anderen würde Rasenmähen und Gartenpflege nicht zur gewählten Lebensart passen.

Wir hatten uns schon einige Überlegungen darüber gemacht wie und wo wir leben wollten. Aber so richtig konkret wurde das Thema ca. 1 Jahr nach unserer Hochzeit. Bei der Frage, wie wir unser gemeinsames Leben leben möchten, waren wir uns relativ rasch einig:

„Wir wollen ein Haus bauen!“

Warum wir uns für ein Haus entschieden haben

Dazu sei gesagt, dass ich ein Haus-Kind bin. Ich wuchs in einem Haus auf und zu meinen schönsten Erinnerungen zählt es, wie wir am Wochenende bei Sonnenschein auf unserer Terrasse im Grünen saßen um zu frühstücken. Die Vögel zwitscherten, alles war ruhig und friedlich und tat der Seele richtig gut.

Gemeinsam mit meinem Mann lebten wir damals zur Miete in einer Wohnung – ohne Balkon. An Frühstück draußen war also nicht zu denken, es sei denn wir sind zum Brunchen in ein Lokal gefahren 😀
Nein… natürlich hat DAS nicht den Ausschlag für ein Haus gegeben *g*, aber wir stellten uns folgende Fragen:

  • Wofür wollen wir gerne tagtäglich arbeiten gehen und unser Geld verdienen?
  • Wofür wollen wir unser Geld ausgeben?

Das sind zwei wichtige und essentielle Fragen wie ich finde! Nach der Ausbildung, verbringt jeder einzelne von uns unglaublich viel Zeit in der Arbeit! Wir beide haben immer sehr viel gearbeitet und irgendwann stellt man sich die Frage: Wofür arbeitet man so viel?
Klar, um Geld zu verdienen, aber was möchte man mit dem Geld machen? Seinen Lebensunterhalt bestreiten, ja.
Aber wenn man schon so viel Zeit mit arbeiten verbringt, dann möchte man damit auch sein Leben gestalten und zwar so, wie es den eigenen Vorstellungen entspricht. Die einen kaufen sich vielleicht schöne Kleidung oder gehen oft aus. Die anderen fahren ein tolles Auto oder in den Urlaub und wieder andere leisten sich Kinder (ja, auch Kinder kosten Geld, wie bestimmt all die Mütter und Väter da draußen bestätigen werden).

An dem Punkt, an dem wir damals waren, kamen wir zu dem Schluss, dass wir in etwas Beständiges investieren wollten: in Eigentum! Wenn man darüber nachdenkt, wie viel Geld man oft schon für die Miete einer Wohnung hinblättern muss, dann war unser logischer Schluss: wenn schon Geld bezahlen, dann für etwas, was uns schlussendlich dann auch gehört.

Gut, jetzt könnt ihr sagen: „Ihr hättet auch in eine Eigentumswohnung investieren können!“
Ja, hätten wir. Wollten wir aber nicht. Warum?

Vielleicht ist das eine romantische Vorstellung, aber wir wollten unser eigenes Stückchen Erde besitzen. Unseren eigenen Grund und Boden auf dieser Welt. Ein Ort, der nur uns gehört und den wir nicht zu teilen brauchen, außer mit jenen Menschen, die uns lieb und teuer sind.
Ja… vielleicht ist das eine romantische Vorstellung, aber so war es und ist es bis heute.
Und wir haben alles daran gesetzt, diese – unsere – Vorstellung wahr werden zu lassen. Es war nicht einfach, nein… es war bei Gott nicht einfach, aber dazu in einem anderen Beitrag mehr.

Vorteile eines Hauses

Die Argumente FüR ein Haus, die uns bei unseren Überlegungen in den Sinn kamen, waren:

Die Möglichkeit sich selbst und seine Vorstellungen in einem Haus zu verwirklichen

Wer ein Haus baut, kann selbst bestimmen,wie die Mauern gesetzt und die Räume gestaltet sein sollen. Man bestimmt die Größe der Fenster, die Form des Dachs etc. etc. selbst.
Wir mussten davor immer mit dem „Bestehendem“ leben und und uns darin zurecht finden. Daher war es für uns ein wichtiger und entscheidender Punkt, selbst bestimmen zu können, wie unser Heim aussehen soll.

Eigene 4-Wände, eigener Grund und Boden, Freiheit

Hand auf’s Herz. Wie oft habt ihr in eurer Wohnung Rücksicht auf die lieben Nachbarn nehmen müssen? Oder, wie oft haben die Nachbarn keine Rücksicht auf euch genommen? Mir braucht ihr nichts erzählen, ich kenne beides. Wir hatten zB früher eine Nachbarin die einen Stock unter uns wohnte und sich einmal beschwerte, dass ich morgens wenn ich mir für die Arbeit die Schuhe anzog, noch ein paar Schritte in der Wohnung herum lief.
Wir wiederrum hatten Nachbarn über uns, deren Tochter gerne und oft ihr Klavierspiel übte. Und zwar immer und immer wieder das selbe Stück 😀 Zum Schluss hätte ich es selbst spielen können 😀
Ein mehr oder weniger witziges Erlebnis hatten wir auch, als wir mal bei Freunden einen Abend verbrachten. Wir waren 2 Pärchen, also 4 Personen. Es gab Raclette und danach haben wir uns unterhalten und gelacht und… dann… standen plötzlich 4 uniformierte Beamte der Polizei vor der Tür. Die Nachbarn waren so nett und haben einen Beamten für jeden von uns vorbei geschickt. Wir staunten nicht schlecht. Ich meine, wie laut können 4 Personen ernsthaft sein?? Nachdem die Beamten sich überzeugt hatten, dass wir keine riesen Fete feierten, sind sie schmunzelnd auch wieder gegangen.

Ja… und genau solche Dinge werdet ihr in einem Haus nicht erleben. Also schon klar, wenn ihr im Garten mit 30 Personen ein Rockkonzert feiert, dann ist das natürlich etwas anderes. Aber in den eigenen 4 Wänden und am eigenen Grund und Boden, kann man sich in einer Art und Weise frei bewegen, wie es in einer Wohnung aus Rücksicht auf andere nicht möglich ist. Und gleichzeitg hat man auch selbst seine Ruhe.

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Eine Herzensentscheidung

Schlussendlich ist die Frage ob ein Haus ja oder nein eine Herzensentscheidung!
Nicht jeder ist ein „Haustyp“. Ich kenne ganz, ganz viele Leute, die viel lieber in einer Wohnung leben. Anderen wäre ein Haus wieder zu viel Arbeit. Wieder andere möchten ihr Geld lieber für andere Dinge ausgeben, weil diese für sie mehr Bedeutung haben, als es ein Haus je hätte.

Manch andere werden auch sagen: „Ja, ich hätte gerne ein Haus, aber kann es mir nicht leisten.“
Natürlich kenne ich eure Lebensumstände nicht und kann deshalb auch keine Aussage treffen, die für jeden gültig wäre.
Aber ich kann eines sagen:

Wenn ein Haus für euch eine Herzensangelegenheit ist, wenn ihr für ein Haus brennt, wenn diese Vision in euch reift und ihr gedanklich immer und immer wieder durch euer Haus schlendert… dann glaubt an euren Traum und bleibt dran. Trotzt den Widerständen und bleibt standhaft. Eure Mühen werden sich irgendwann auszahlen. 

Finanziell könnt ihr euch nur nach der Decke strecken und was drin ist, ist drin. Es gibt so viele Möglichkeiten und Varianten eines Hauses. Es gibt Leute die mieten sich ein Haus, wieder andere kaufen ein Reihenhaus oder bauen ein kleines Fertigteilhäuschen. Ganz viele Leute kaufen sich ein altes Haus und rennovieren es Schritt für Schritt. Sucht nicht nach Gründen warum es „nicht geht“. Sucht nach Möglichkeiten! Ich verspreche euch, ihr werdet sie finden – ich verspreche euch nicht, dass es schnell gehen wird. Manchmal wird man vom Leben schon sehr auf die Probe gestellt, ob man etwas denn auch wirklich will. Glaubt mir, ich weiß wovon ich rede!!

Jedenfalls pauschal zu sagen: „Jeder sollte ein Haus bauen!“ wäre nicht korrekt. So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich die Sichtweisen und Vorlieben. Man muss in sich selbst hineinhören und dann entscheiden was das Beste für einen ist und wie man sein Leben leben will. Denn eines ist klar und da möchte ich niemanden eine Illussion vorgaukeln:

Um ein Haus zu bauen, braucht es viel Kraft, Zeit, Energie und Nerven

aber es bringt auch viel – und das ist die andere Seite –

Freude, Erfüllung, Liebe, Stolz und Glückseligkeit

Alles Liebe,
Kerstin

 

 

 

(2) Kommentare

  1. Dieses Haus ist wunderschön! Ich hätte auch gerne einmal mein eigenes Zuhause: 4 Schlafzimmer, ein großes Badezimmer mit freistehender Badewanne, einen schönen Garten. Herzlichen Glückwunsch!
    Pauline_

    1. Kerstin sagt:

      Guten Morgen! Ich danke dir vielmals. Ich bin mir sicher, ihr werdet ein tolles Haus haben. Hab einen schönen Tag :-*

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